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21

Donnerstag, 29. Juli 2010, 21:10

nein, Rentabilität kann auch nicht der richtige Ansatzpunkt beim Kauf eines Fischereirechtes sein.
Aber Unvernunft sicher schon gleich gar nicht.
Auch ein Fischereirecht muss "bezahlbar" sein.
6,-- Euro pro Quadratmeter für einen Weiher ist unvernünftig.
Auch hinsichtlich der Tatsache dass ich nicht nur das Fischereirecht kaufe, sondern auch Grund und Boden sind 4,50 Euro mehr als genug !

22

Donnerstag, 29. Juli 2010, 22:06

Ich sag doch in meinem ersten Post in diesen Thread, dass es irrsinnig ist ein Fischereirecht mit einem Waldstück zu vergleichen.
Beim einen, dem Wald, kann ich Rentabilität erreichen, je nach Fläche,Bestand, und Möglichkeiten der Bewirtschaftung, bei einem Weiher ist das so in dieser Form illusorich, unvernünftig, irrsinnig,....da hast du absolut Recht.
Aber es gibt eben leider Vereine, die immer wieder Versuchen diese Rechnung aufzumachen, und daher kommen diese übertriebenen Preise. Und da hast du Recht, so einen Preis dann zu bezahlen ist Unvernunft.

23

Donnerstag, 29. Juli 2010, 22:37

unterer regen: ich verstehe was du meinst, wenn die weiher/seen, nicht so teuer wären, d.h man könnte mehr gewässer pachten, und damit die gewässer aus fischerei biologisch besser gestalten, d.h keine spiegelkarpfen oder schuppenkarpfen werden gesetzt sondern nur wildkarpfen, kleinfische werden gefördert je nach gewässer,(karausche, giebel, stichling etc..) ein hecht bestand der dem gewässer angepasst ist, in die richtung geht es oder? ja mei, dann schau dir viele vereine an, meinst du, dass viele mitglieder ein biologisches grundwissen haben? oder ihre einstellung zu ihrem hobby? dicke genetisch mutierte satzkarpfen, oder rainis die seit generation den selben genpool haben, und so schaut dann angeln aus,
Ein guter Tip, an den deutschen Michl

"Unwichtige Dinge, nicht allzu wichtig nehmen, und wichtige Dinge nicht unwichtig nehmen!"

24

Donnerstag, 29. Juli 2010, 23:13

Tja, genau so eine 'nachhaltige Rechnung' wird z.T. in Österreich schon an manchen Edelgewässern gemacht: Ein Gewässer kaufen, indem man halt den Meistbietenden noch überbietet und dann gehört wieder so ein Kleinod einem elitären Verein, wo die Aufnahmegebühr mal eben 2500,- Euro beträgt und manche Tageskarte bis zu 500,- Euro kostet. Dafür werden dann höchstens drei Tageskarten pro Tag für eine Luxusstrecke ausgegeben und der 'Kleine Mann' hat das Nachsehen. Vereinsmitglieder sind Akademiker und Industrielle.

Ausweg ist entweder, den Verkäufer umzustimmen, dass er das Gewässer nicht zu einem höheren Preis an diese Vereinigung verkauft oder selber auch solche Preise bezahlen. Leider funktioniert die erste Möglichkeit i.d. R nicht :(

Ich sage nicht, dass ich dies alles gut finde. Ich sage nur, dass es eben so läuft und es ist mehr als logisch, dass die Preise für Fischwasser jenseits jeder Rentabilität steigen, denn Grund und Fischereirechte sind nun mal nicht beliebig vermehrbar.

@UR: Wenn ein Verein das Geld zum Kauf eines Fischereirechtes hat und dann ein angebotenes Gewässer wegen eines 'nicht vernünftigen Preises' nicht kauft, wird er wohl oder übel entweder nur Schrott oder gar kein Wasser bekommen. Folge wird der Mitgliederschwund und der langfristige Untergang des Vereins sein. Es muss aber das Bestreben einer Vorstandschaft sein, hier dagegen zu wirken.

Ich verstehe schon, was du meinst UR, nur wenn sich immer nur einer nicht an die Regeln der Vernunft hält, dann sind sie halt praktisch außer Kraft gesetzt und wenn man irgendwann mal ein Wasser kaufen will, muss man selber auch diese Vernunftsregeln mißachten oder man bekommt halt nix zu kaufen.
„Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.” Curt Goetz

25

Freitag, 30. Juli 2010, 08:20

provokativ gefragt:
Wieso muss es Tageskarten geben ?
Gibt es die auch auf der Jagd ?

Eigentlich sollten wir dieses Thema umbennenn in " Nachhaltige Fischerei "
Kann sich ja ein Mod mal Gedanken machen...

26

Freitag, 30. Juli 2010, 08:22

Habe die Ehre,

ich bin in einem Verein, der seit Jahrzehnten Fischereirechte kauft. Der Wert dieser Fischereirechte liegt mittlerweile deutlich im 7-stelligen Bereich. Der Verein ist schuldenfrei, auf dem Festgeldkonto liegen so viele Euros, dass jederzeit ein weiteres Gewässer erworben werden kann.

Bei dieser Ausgangslage könnte man meinen, all die Bewirtschaftungsprobleme, die Vereine mit klammer Kassenlage haben, sind überwunden und die Vorstandschaft könnte locker und idealtypische Fischhege betreiben. Dem ist aber nicht so. Zwar könnte eine Hundertschaft aus Protest aus dem Verein austreten und das würde keinen finanziellen Druck auslösen.

Es hat sich aber gezeigt, dass die Mehrheit die Aufrechterhaltung des „put & take-Zirkus“ verlangt. Es ist den Anglern einfach in Fleisch und Blut übergegangen, dass eine ordentliche Bewirtschaftung bedeutet, dass immer wieder fangfähige Fische eingesetzt werden müssen. Man muss bedenken, dass mindestens eine ganze Anglergeneration nur diese Praxis kennt. Ich meine das jetzt vereinsunabhängig. Das ist im ganzen Land so. Und das hat sich ganz tief in die Köpfe und in das Unterbewusstsein eingegraben.

Wenn ordentlich besetzt wird, wird anschließend gut gefangen. Auf die „gute Tat“ (Besatz) folgt die „Belohnung“ (Fang).

Dieser Mechanismus ist nicht zu unterschätzen. Vor allem auch die unbewusste psychologische Wirkung. Das erklärt auch, warum es so unendlich schwierig ist, die Leute zu einer anderen Sichtweise der Anglerei zu bringen.

Zurück zu den überteuerten Preisen für Fischereirechte: So was kann dazu führen, dass noch mehr Attraktivitätsbesatz eingebracht wird, verbunden mit der Hoffnung, dass noch mehr Erlaubnisscheine verkauft werden. Das muss aber nicht so sein. „Put & take“ ist die Standardhegemaßnahme in unseren Breiten – unabhängig von der Kassenlage der Vereine.

Ich glaube im Gegenteil, dass auf lange Sicht der Kauf von Fischereirechten, auch zu „Marktpreisen“, zumindest den Finanzdruck von Vereinen nimmt. Und es wird dadurch zumindest leichter, zu einer anderen Auffassung über das Fischen zu kommen.

Servus

Fischer am Inn

27

Freitag, 30. Juli 2010, 10:35

provokativ gefragt:
Wieso muss es Tageskarten geben ?
Gibt es die auch auf der Jagd ?

Eigentlich sollten wir dieses Thema umbennenn in " Nachhaltige Fischerei "
Kann sich ja ein Mod mal Gedanken machen...

Es gibt bei der Jagd tatsächlich sowas wie Tageskarten, nämlich bei den Bayerischen Staatsforsten. Seit diese Teilprivatisiert sind kann man sich sogar recht günstig Begehungsscheine kaufen, diese sind zwischen einem Tag und ich glaube maximal 3 Monaten gültig. Und wenn man dann was schießt, z.b. einen kapitalen Hirsch oder einen Gamsbock muss man wenn man die Trophäe erwerben möchte richtig tief in die Tasche greifen. Totaler Schwachsinn, aber es gibt wohl eine Menge Industrieller und Akademiker in Bayern die diese Preise auch tatsächlich bezahlen.
Hege und Pflege interessiert diese Leute nicht genausowenig das Fleisch, das verkaufen die Staatsforsten extra, da geht es nur um Trophäen.
Privatisierung machts möglich ?(

28

Freitag, 30. Juli 2010, 15:13

provokativ gefragt:
Wieso muss es Tageskarten geben ?
Gibt es die auch auf der Jagd ?
...
Provokativ geantwortet: Ja
Das heißt dann z.B. Treibjagd, Mitgehen, jemanden einen Bock schießen lassen. Aber das ist ohnehin Quatsch, denn es wäre Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn es bei der Fischerei wie bei der Jagd wäre, dann würde einer (oder ein Verein) ein Gewässer pachten und dann exklusive Jahreskarten für einzelne Parzellen pro Person davon ausgeben. Dann kannst dir eine Jahreskarte für eine Parzelle von 0,3 ha Chiemsee holen - viel Spaß beim Schleppen ;) und ja nicht über die Grenze, denn das ist dann Fischwilderei - soviel zum Vergleich :lol:
Und sagt jetzt blos keiner, das gibt es nicht. Wer sich so etwa einmal ansehen will, wie Fischereirechte bei einem Gewässer aufgeteilt sind, kann sich die Aufteilung der Fischereirechte am Ossiacher See mal ansehen - bitte schön.
Der Fischereiverein Äsche Villach hatt aber zugegebenermaßen im Laufe der Jahre mehrere Parzellen erworben und diese Parzellen werden von allen Mitgliedern beangelt. Ob da immer die Vernunft ausschlaggebend für die Gebotshöhe beim Kauf war, weiß ich nicht.
„Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.” Curt Goetz

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